Wirbelsturm „Sandy“

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Wirbelsturm „Sandy“

Verschwörungstheorien haben immer Konjunktur, das weiß man nicht erst seit den Anschlägen vom 11. September 2001, die zahlreiche Interpretationen der Geschehnisse zur Folge hatten. Jetzt ist „Sandy“ dran. Die kanadische Nachrichtenseite „PESS Core.ca“ brachte eine These in Umlauf, die für Gesprächsstoff sorgt. Die amerikanische Regierung soll bei dem Wirbelsturm ihre Finger im Spiel gehabt haben. Die Zahl derer, die sich das vorstellen können, wächst an. Gut vorstellbar oder kompletter Unsinn?
Das ist nicht ohne, was in dem Bericht der kanadischen Nachrichtenseite zu lesen ist. Sandy sei bewusst von der amerikanischen Regierung intensiviert und dann auf direktem Wege nach New York geschickt worden. Benutzt habe die US-Regierung dafür die HAARP-Plattform Sea-Based-X-Band Radar (SBX). Im Bericht wird Sandy als „Oktoberüberraschung“ von Barack Obama bezeichnet, die künstlich erzeugt und ganz bewusst auf die Metropole New York losgelassen wurde. Doch wie soll das gehen? Und was hat der Präsident davon? Immerhin fiel Sandy direkt in den Wahlkampf der Präsidentschaftskandidaten. 

George Bush und 
„Katrina“

Laut „PESS Core.ca“ war es nicht das erste Mal, dass ein Hurrikan manipuliert wurde. George W. Bush und Dick Cheney sollen schon Einfluss auf Katrina genommen haben. Der Hurrikan hatte im Jahr 2005 New Orleans verwüstet. Die NASA experimentiert angeblich schon seit Längerem mit der Manipulation von Wirbelstürmen. Das Projekt hat auch einen Namen, nämlich GRIP (Genesis and Rapid Intensification Procceses). Am 11. August hatte die NASA angekündigt, mit GRIP zu starten und bahnbrechende Fortschritte bei der Hurrikan-Forschung erwartet. Im Bericht der kanadischen Nachrichtenseite heißt es weiter, dass die NASA mit der Hilfe von GRIP ebenfalls im Jahr 2010 das Tropentief „Earl“ verstärkte und daraus einen Hurrikan der Kategorie 4 machte. Ganze 11 Tage lang wurde der Hurrikan, der ursprünglich keiner war, verfolgt. Das ganze Vorhaben war deshalb so besonders, weil die Wissenschaft zwar bis dahin schon wusste, wie sich Hurrikane entwickeln und wie man sie steuern kann. Doch von der gewünschten Perfektion waren sie noch weit entfernt. Die aber braucht es, wenn man – so wie es der Bericht von „PESS Core.ca“ unterstellt – aus Tiefdruckgebieten Wirbelstürme machen und diese dann als Massenvernichtungswaffen einsetzen will.

Zu weit hergeholt?

Als die NASA 2010 bekanntgab, das Projekt GRIP zu beginnen, war die Begründung naheliegend und politisch unproblematisch. Es gehe darum, Hurrikans zu erforschen und herauszufinden, welche Faktoren eine Rolle dabei spielen, wenn aus einem Sturm ein Hurrikan wird. Wenn man das wisse, könne man Katastrophen in Zukunft besser vorhersagen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Klingt gut. Und doch gibt es – das haben Verschwörungstheorien nun einmal so an sich – auch kritische Stimmen, die beispielsweise folgende These aufstellen:
Durch gezielte Erhitzung kann ein tropischer Zyklon in der Mitte des Tiefdruckgebietes ausgelöst werden.
Der tropische Zyklon selbst kann durch die Injektion von Aerosolen von außen gesteuert werden.
Werden nun schwarzer Kohlenstoffe injiziert, können der tropische Zyklon verstärkt werden.
Durch eine Injektion von Aerosolen in die Peripherie des Hurrikans kann der Sturm vor dem Landgang ein wenig gemildert werden.
Im Netz hat sich eine Gemeinde entwickelt, die im festen Glauben ist, dass es der NASA und der amerikanischen Regierung nicht etwa darum geht, Hurrikans zu mildern oder ihren Weg rechtzeitig zu erkennen. Vielmehr, so die Theoretiker, sei das Ziel, in Zukunft Hurrikans gezielt zu entwickeln und als Massenvernichtungswaffen auf die Reise zu schicken. Warum aber wurde Sandy als Oktoberüberraschung von Barack Obama bezeichnet?

 

 

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