Zwischen Bühne und Fast Food-Bude – Die Idylle vom Dicksein

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Zwischen Bühne und Fast Food-Bude – Die Idylle vom Dicksein

Definiert Übergewicht das Talent? Bildet Adele hier die Ausnahme? Nein!

Dim Emma

Mit Adele als Prototyp zeigen einige der bekanntesten Sängerinnen, dass sie mittlerweile zu ihrem Körper stehen. Keine Hungerkur, keine gnadenlosen Trainingspläne: Die neuesten Mitglieder im Clan der „Nicht-Perfekten“ sind nun Lady Gaga und Christina Aguilera. Erstere schockte das Publikum auf ihrer „Born This Way Ball“-Tour in Amsterdam mit molliger Silhouette. Nach unzähligen Trash-Outfits sorgt nun ausgerechnet die Figur Gagas, die zum ersten Mal nicht den Maßstäben des perfekten Popstars „gerecht“ wird, für einen Skandal bei Fans und Kritikern. Die Lady gab zu, als Jugendliche unter Bulimie gelitten zu haben. Eine Krankenakte-Beichte als Entschuldigung für das Zunehmen? Ist es so schwer, einfach auch mal zuzugeben, dass man gerne isst und dass das nun sichtbar sei? In Hollywood schon.

Christina Aguilera, Sängerin und Prollluder des letzten Jahrzehnts, teilte nun mit, sie würde zu ihren neu angefutterten Kilos stehen. Zu schrecklich sei die Zeit gewesen, als sie den Zwängen der Plattenfirma nachgehen musste. Mit ihrem erfolgreichsten Album „Stripped“ aus dem Jahre 2002 trällerte sie noch in einem ihrer Songs „We are beautiful no matter what they say“. Leichter gesagt als geglaubt, als Madame Aguilera damals noch wie ein Model aussah. Heute sieht die Sache schon ganz anders aus. Ihr letzter großer Hit liegt über 5 (!) Jahre zurück und außer ihrer Arbeit als Jurorin in der US-Show „The Voice“ kann in den letzten Jahren niemand was mit Madame Dirrty anfangen. Der Griff zum Alkoholschrank und Donutstresen wird immer
häufiger, Aguilera immer dicker und die Welt amüsiert sich über das neueste Fettnäpfchen der Ex-Diva! Wie bemüht sie sich wohl fühlt, kann man in ihrem neuen Musikvideo bestaunen. Karrierefrust = XY Kilos mehr! Das kann vielleicht für uns „Normale“ gelten, aber niemals für die Schönen und Reichen. Mit Mentorin Christina ist von sexueller Befreieung, ja sogar von einem neuen Selbstwertgefühl die Rede. Was passiert aber mit der Aguilera und x-beliebigen Starlets, nachdem die zur Schau gestellte Begierde zum Moppelkörper nach hinten losgeht und man sie wieder drillt, zum alten Körper zurückzukehren, um eben genau an den schon fast verblassten Erfolg anzuknüpfen? Zählen da diese Aussagen noch? Wahrscheinlich nicht.

Der persönliche Frust rund um die eigene Unzufriedenheit wird ausgeschlachtet und völlig umgewandelt. Vom Problemfall zum Selbstbewusstsein, um das Image auf eine lächerliche, jedoch für viele Fans glaubwürdige Art und Weise zu präsentieren und noch viel wichtiger: zu verkaufen! Ob der Trend der Kilopromotion andauert, wird sich zeigen. Wünschenswert wäre es nicht.